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Vermutlich ist keine Baugruppe an einem Fahrzeug so wichtig wie der Motor! Nicht umsonst nennt man den Motor auch gerne das "Herz" eines Autos. Grund genug für uns, daß wir dem Motor eine eigene Seite widmen. Da dieser gußeiserne Metallklotz eine sehr lange und vermutlich aufregende Geschichte hinter sich hat, ist auch der Einleitungstext entsprechend länger!
Daß die Engländer hervorragend
improvisieren konnten, bewiesen sie bereits lange vor dem 2. Weltkrieg,
was man immer noch an allerlei Vorkriegsklassikern bewundern kann.
Nach dem Krieg ( ca. 1950 ) entwickelte Triumph einen Kleinwagen,
den sie "Standart Eight" nannten und der mit einem starken
Motor ausgestattet werden sollte. Da wie immer für eine echte
Neuentwicklung das Geld (und die Zeit) fehlte, nahm Triumph laut
Gerüchteküche einen Traktormotor und verbesserte diesen.
Um gegen den erfolgreichen Morris Minor ankämpfen zu können,
leistete der Motor bereits 26 PS bei 803-ccm. Für die damalige
Zeit vollkommen ausreichend.
Nach dem Standart Eight erschien der Standart Ten, der mittlerweile
33 PS bei 948-ccm³ bieten konnte.
Was hat dies mit dem Spitfire zu tun? Da schauen wir einfach mal nach Italien, denn ein Herr Namens Michelotti war Ende der 50'ger fleißig dabei, einen "Vorboten" zu entwickeln. Vorbote? Genau, es war der "Herald"! Der Öffentlichkeit wurde der Herald 1959 vorgestellt, damals leistete der Motor 35 PS und hatte 948-ccm.
Obwohl sich der Herald gut verkaufte,
fehlte Triumph das Geld für die Entwicklung eines kleinen
Roadsters und mußte zähneknirschend mit zusehen, wie
der größte Konkurrent BMC mit seinem Austin- Healey-
Sprite prächtige Umsätze feiern konnte.
Ganz so kampflos wollten die Triumphtechniker aber nicht aufgeben
und entwickelten fleißig im Rahmen des finanziell machbaren
weiter an einem kleinen Roadster. Zeitweise gegen den Willen des
Vorstandes!
Es bedurfte etlichen Zufällen und genialen Einfällen,
bis ein neuer, kleiner Roadster 1962 vorgestellt wurde. Letztendlich
war aber auch in diesem "Spitfire 4" getauften Roadster
ein überarbeiteter Motor des Standart Eight eingebaut.
Wer denkt schon an diese lange Geschichte, wenn man gemütlich
auf einer Landstraße entlangfährt? Kein Wunder wurde
dieser Motor oft ungerechterweise verurteilt, verdammt und gehasst!
Klar, dieser Motor darf eben nicht mit einem modernen Golfmotor
verglichen werden!
Natürlich kennt jeder Liebhaber
eines englischen Roadsters auch die zahlreichen Witze über
den Spitfire- Motor! Es stimmt, leider war dieser Motor nicht
nur aufgrund der z.T. falschen Fahrweise seiner Besitzer recht
anfällig, auch die berühmte Fertigungsqualität
der Engländer machte dem Ruf und der Standfestigkeit schwer
zu schaffen! Qualität? OK, man könnte auch sagen daß
der Pfusch manchmal recht lange hielt, was regten sich die Leute
so über den 3. Motor innerhalb von 20.000 Kilometer denn
auf?
Egal wie die Engländer damals den Motor zusammenbauten oder
-pfuschten, mittlerweile sind alle überholten Spitfiremotoren
dank moderner Technik ( und Toleranzen ) eindeutig standfester
und für viele spaßige Kilometer zu haben. Auch getunte
Motoren können über 100.000 KM halten!
Genug über den Motor geschrieben, für alle die es interessiert sind hier ein paar "Grunddaten":
Vierzylinder- Viertakt- Reihenmotor. Bohrung x Hub: 69,3 x 76 mm. Hubraum 1147 ccm. Verdichtung 9,0 : 1. Leistung 63 PS bei 5750 U/min. Dreifach gelagerte Kurbelwelle. Durch Kette betätigte seitliche Nockenwelle. Steuerung der hängenden Ventile über Stößel und Kipphebel. Zwei SU- Querstromvergaser HS 2.
Änderungen: Leistung 67 PS bei 6000 U/min.
Änderungen: Bohrung x Hub: 73,7 x 76 mm. Hubraum 1296 ccm. Leistung 75 PS bei 6000 U/min (USA ab 1968: 68 PS bei 5500 U/min).
Änderungen: Aufgrund verschärfter Abgasbestimmungen gab es viele verschiedene Motorvarianten.
Europa: Leistung 63 PS bei 6000 U/min, ab 1972 62 PS bei 5500 U/min
USA: Leistung 58 PS bei 5200 U/min. Ab 1972 48 PS bei 5500 U/min. Ab 1973 Hubraum 1493ccm (mehr siehe bei Spitfire 1500) und 58 PS bei 5000 U/min.
Änderungen: Bohrung x Hub: 73,7 x 87,5 mm. Hubraum 1493ccm. Verdichtung 9,2 : 1 (auch 9,0 : 1). Leistung 71 PS bei 5500 U/min (auch 69 PS bei 5500 U/min)
USA: Verdichtung 7,5 : 1. 53 / 58 PS bei 5000 U/min.
Sechszylinder - Viertakt- Reihenmotor. Bohrung x Hub: 74,7 x 76 mm. Hubraum 1998 ccm. Verdichtung 9,5 : 1. Leistung 95 PS bei 5000 U/min. Vierfach gelagerte Kurbelwelle.
Änderungen: Verdichtung 9,25 : 1. Leistung 104 PS bei 5300 U/min.
USA: 1969: 95 PS bei 4700 U/min.
Änderungen: Verschiedene Leistungen und Verdichtungen in Europa und USA. Leistung zwischen 104 PS und 79 PS.
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Na klar, auch hier möchten
wir Euch ein paar Fotos bieten. Unsere Spitfire haben zwar keinen
soooo schönen Motorraum wie ein Jaguar E-type, aber auch die geniale,
nach vorne klappbare Motorhaube. Und damit wir uns nicht so verrenken
müssen, läßt sich die Spitfire- Motorhaube deutlich
weiter als die des E-type öffnen!
Also, HAUBEN AUF !!! Viel Spaß bei den Fotos!
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